Franziskas Blog – „Daumenkultur“ und iPhone-Hype


Jugend und Mobiltelefon

Posted in Mobiltelefonie von eleanor500 - März 25, 2008

We often start with a text, but if it gets too bad, then phone calls have to be made, and if it gets worse, then we have to meet! Zitat eines Interviewpartners, in Fox 2004

Kinder und Jugendliche sind eine spezielle Nutzergruppe des Mobiltelefons, für die das Gerät zum Teil ganz andere Bedeutungen hat als für Erwachsene. Und längst sind sie auch zu einer Zielgruppe von Mobilfunkanbietern und Telekommunikationskonzernen geworden, wie das folgende Video zeigt:

Die wenigsten Kinder resp. Jugendlichen kaufen sich ihr Mobiltelefon selbst. Der grosse Teil all jener, die über ein eigenes Gerät verfügen, haben dies von ihren Eltern als Geschenk erhalten. Interessanterweise entwickeln sich aus den beiden Perspektiven Eltern – Kinder ganz unterschiedliche Ansichten zum Mobiltelefon.

Die Eltern kaufen/schenken ihren Kindern ein Mobiltelefon. Damit sie über die gleichen Möglichkeiten verfügen wie Mitschülerinnen und Mitschüler oder Freundinnen und Freunde ist dafür wohl nur ein sehr geringer Beweggrund. Nein, vielmehr kaufen die Eltern ihren Kindern ein Mobiltelefon, damit sie über einen permanenten Kommunikationskanal verfügen, damit sie ihr Kind jederzeit erreichen kann und natürlich auch, damit dass Kind sie jederzeit erreichen kann. Wie Santiago Lorente (2002, S. 6 ff) sagt, ist das Mobiltelefon für die Eltern in erster Linie dazu da, ihrem Kind zu folgen, es zu beobachten und es auch zu kontrollieren. Und das nur zu dessen Schutz. Das Mobiltelefon ist auch eine passende Erfindung zu der sich wandelnden Gesellschaft. Heute sind viel mehr Mütter berufstätig als noch vor einiger Zeit. Mit dem Mobiltelefon geben sie sich und ihren Kindern, die heute im Schnitt viel öfter alleine zuhause sind als früher, eine neue Kommunikationsmöglichkeit, orts- und zeitunabhängig (Lorente 2002).

Für das Kind wiederum bedeutet das Mobiltelefon aber lustigerweise ziemlich genau das Gegenteil, nämlich Freiheit und Unabhängigkeit von den Eltern. Ein Schlagwort, dass in verschiedenen Texten dazu immer wieder fällt ist die Privatsphäre. Das Kind kann sich durch das Handy eine von den Eltern losgelöste Privatsphäre aufbauen, Telefonate können ausser Haus geführt werden, obwohl die meisten Eltern es bevorzugen würden, wenn ihr Kind von seinem Zimmer aus telefoniert. Für Kinder, vorallem aber für Teenager ist das Mobiltelefon also eine Möglichkeit, einen eigenen Personenkreis um sich zu bilden, ein soziales Netzwerk ausserhalb der Familie zu bilden und dieses auf einfache Art – durch Handykommunikation – zu pflegen und zu unterhalten. So kann eine gewisse Autonomie entwickelt werden, aber trotzdem bleibt eine stetige Verbindung zu den Eltern vorhanden (Döring 2004).  

Jugendliche nutzen ihr Mobiltelefon mehrheitlich für lokale Kommunikation, das heisst, für Kommunikation mit Personen, die ihnen nahe stehen und die sie regelmässig sehen – mehrheitlich gleichaltrige Freunde. Dass vermittelt oft auch ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Gruppe. Das ist auch mit ein Grund, warum Schüler, die über kein eigenes Mobiltelefon verfügen (genannt sind Geldgründe oder ein Verbot der Eltern, selten aber schlechte Erfahrungen), oftmals als Aussenseiter angesehen werden (Döring et al. 2004).

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Eine Antwort to 'Jugend und Mobiltelefon'

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  1. Liebe Franziska

    Ein ausgezeichneter Blogstart, an dem ich kaum etwas auszusetzen habe: das gewählte Design wirkt ruhig und modern und ich find’s zum Thema durchaus passend; die einzelnen Beiträge haben eine gute Länge, sind in sich abgeschlossen und machen Appetit auf mehr; die Illustrationen sind sehr gut gewählt, schön, dass Du die Gruppenarbeit in den Blog integriert hast; leider ist das Youtube-Video bereits offline… (kann halt passieren).

    Die Verlinkung der Quellen ist gut gelungen, besonders bei den Pdf’s ist man halt im „Clinch“, wie man das machen soll (ich kenne das…). Als Empfehlung meinerseits: vielleicht wäre die Verlinkung zu Citeulike doch sinnvoller, denn dass ich beim Lesen des Blogeintrags gleich ein Pdf durchwühle, dürfte eher selten sein. Dagegen ist der Link auf eine andere Website sicherlich immer sinnvoll und man kehrt üblicherweise auch schnell wieder zurück.

    @Laura: sehr gut der Kommentar mit Deinem persönlichen Erfahrungshintergrund – es dürfen ruhig mehr solche folgen…;-))

    In diesem Sinne erfolgreiches Weiterbloggen und herzlichen Bloggruss

    Gusti


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