Franziskas Blog – „Daumenkultur“ und iPhone-Hype


Blackberry oder Crackberry?

Posted in Mobiltelefonie von eleanor500 - Mai 29, 2008
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Nun geht es für einmal nicht um all die Möglichkeiten, die uns durch die Mobiltelefone beschert werden, sondern um alles andere, um das Glück der Unerreichbarkeit.

Durch den Besitz eines Mobiltelefones ändern wir unser gesamtes Verhalten, im geschäftlichen wie auch im privaten Leben. Wir wollen immer verbunden sein, immer erreichbar sein, denn das bedeutet Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit ist die neue Währung unserer Zeit. Wenn wir ein SMS oder e-Mail aufs Mobiltelefon oder Smartphone kriegen, heisst das, dass wir für jemanden wichtig sind und genau danach streben wir. Doch wie sinnvoll und effektiv ist das? Miriam Meckel schreibt im Buch „Das Glück der Unerreichbarkeit“ dazu folgendes:
„War mein Areitsvolumen plötzlich so gewachsen? Eigentlich nicht. Verschiedene Dinge hatten ineinandergegriffen und mich und mein Leben verändert. Weil ich immer erreichbar war, hatte ich keine Pausen mehr, um mich zu konzentrieren und wichtige Dinge wirklich durchzudenken. Weil ich mir keine Zeit nahm, mit anderen in Ruhe und ohne Zeitdruck zu sprechen oder zu telefonieren, gelang es selten, die Dinge zu Ende zu besprechen und eine wirkliche Lösung zu finden. Weil ich permanent auf alle Kommunikationskanäle achtete und sie alle gleichzeitig bedienen wollte, liess ich mich dauernd in meiner eigentlichen Arbeit unterbrechen […]“.

Wir alle wollen vernetzt sein, aber wir wollen nicht den Überblick verlieren und wir wollen nicht ständig in der Pflicht zur Kommunikation stehen. Trotzdem kontrollieren wir unster Mobiltelefon in regelmässigen (mehr oder weniger kurzen) Abständen auf einkommende SMS oder e-Mails. Man fühlt sich verpflichtet, ständig nachzuschauen, ob eine Nachricht eingetroffen ist. Man will ja nichts verpassen. Deshalb erschien zum BlackBerry bald das Synonym Crackberry: es macht abhängig, wirkt zerstörerisch auf die Gesundheit und auf die soziale Verträglichkeit (Meckel 2007).
Doch zum Glück wurde dann der BlackBerry-Helmet erfunden, der den süchtigen BlackBerry-User in verschiedenen Lebenssituationen schützt:

 

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iPhone

Posted in Mobiltelefonie von eleanor500 - Mai 14, 2008
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Was hat eigentlich das iPhone mit Daumenkultur zu tun? Nun ja, zuerst einmal ist es ein Mobiltelefon, womit es in viele bereits erwähnte Themengebiete fällt. Trotzdem ist die ganze Geschichte rund um das iPhone nicht gleichzusetzen mit derjenigen anderer Produkte.

Schon bevor das iPhone, ein Gerät aus dem Hause Apple, im Juni 2007 auf den Markt kam, rankten sich unzählige Gerüchte um das einzigartige Gerät. Und vielen, auch hohen Erwartungen wurde das Gerät dann auch gerecht. Obwohl sich auch viele Kritiker dazu geäussert haben, bleibt das Gerät man kann schon fast sagen sagenumwoben. 
Dadurch, dass Apple bis anhin exklusive Lizenzverträge mit einzelnen Mobilfunkanbieter (üblicherweise einer pro Land) geschlossen hat und auch dadurch, dass das iPhone bis heute offiziell nur in wenigen Ländern erhältlich ist, wurde es zu einer absoluten Exklusivität. Und hier wird die Verbindung zum Gesamtthema „Daumenkultur“ sichtbar: warum soviel Aufhebens um ein technisches Gerät? Das iPhone zeichnet sich durch die (persönliche, individuelle) Bedeutung aus, es ist eine Möglichkeit der Selbstdarstellung, des Ansehens – abgesehen von den einzigartigen technischen Möglichkeiten und dem faszinierenden Design.

Zum heutigen Zeitpunkt, kurz vor der Einführung des neuen UMTS-kompatiblen Gerätes ist die Gerüchteküche wieder am brodeln, die Presse veröffentlicht unzählige Artikel zum Thema – von der NZZ bis zum Gratisblatt. Man diskutiert über mögliche Konkurrenz (bspw. das neue Blackberry-Modell „Bold“), ob das iPhone mithalten kann oder nicht. Doch sicher ist, wie die Frankfurter Rundschau sehr schön sagt: mit dem iPhone kauft man kein Produkt, sondern ein Lebensgefühl! 

 

 

 

SMS = Some More Sex?

Posted in Mobiltelefonie von eleanor500 - Mai 5, 2008

Es wurde vielerorts berichtet über all die schrecklichen Dinge, die heute mit dem Mobiltelefon praktiziert resp. veröffentlicht und in Umlauf gebracht werden wie beispielsweise Happy Slapping oder auch Cyberbullying (Berichte dazu: Mobbing – auch im Internet ein Thema, Cyberbullying und nochmals Cyberbullying). Doch nicht zu vergessen sind auch die unzähligen positiven Funktionen und Möglichkeiten, die das Mobiltelefon mit sich bringt. Ein Beispiel dazu, den Gebrauch von Mobiltelefonen in Indien, soll hier kurz beschrieben werden.

In Indien haben viele junge Frauen und Mädchen so gut wie keine Privatsphäre. Sie leben oft bis zur Heirat im Elternhaus und nicht selten teilen sie das Zimmer mit anderen Geschwister. Es gibt also oftmals keine Möglichkeit, sich zurückzuziehen oder im sich im Privaten mit anderen Personen zu treffen. Zwei Drittel aller Inder leben auf dem Land, wo es auch keine Bars gibt wie wir sie kennen und für den anderen Drittel, der in Städten lebt, ist die Gefahr zu gross, dass man von einem Bekannten oder Verwandten gesehen wird. Es ist also nicht verwunderlich, dass auch schon ein nur sehr kleines Stück wirkliche Privatsphäre Gold wert sein kann. Und genau so ein Stück bietet das Mobiltelefon (NY Times).

Die Indian Times publizierte im Oktober 2002 einen Artikel zum Thema und beschrieb dort, dass durch den Gebrauch von Mobiltelefonen das gesamte traditionelle Brautwerben zunichte gemacht werde. Weiter wurde in diesem Artikel publiziert, dass SMS soviel heisst wie Some More Sex. Es ist auch davon die Rede, dass die Frauen das Medium zu ihrem Vorteil nutzen um der Kontrolle durch Ehemänner oder Eltern zu entkommen. Tatsache ist, dass man offensichtlich die weibliche Sexualität fürchtet (Bell 2006) und Tatsache ist auch, dass durch die Verbreitung von Mobiltelefonen viele junge Frauen und Mädchen plötzlich eine Möglichkeit hatten, sich untereinander auszutauschen und zwar 100% privat. Telefongespräche könnten von anderen mitgehört werden, aber das Versenden einer Textnachricht ist für keine Zweitperson zugänglich. Mit anderen Worten also heisst das, dass SMS den betroffenen jungen Frauen genau die Art Distanz gibt, die sie brauchen.